Die Mutter Figur
Die große Mutter, das göttlich Weibliche, das, was Mann in sich findet, was Frau zu sein scheint und ist – wo man hin will, wovor man flüchtet – wo man reift und was einen letztendlich stärkt.
Zum Thema Mutter muss man nun mal das Fass öffnen: zu schöpferisch, zu gewaltig die Natur des Weiblichen, als dass man es kurz mit einem höflichen Gruß oder Blumenstrauß zur Kenntnis nimmt.
Zu undurchsichtig für vieler Mann, zu neblig die Verstrickungen… unausgesprochene Erwartungen und Ansprüche mancher Mütter, die ihren Kindern ihr Leben lang vorhalten, man müsse sie wegen der Geburt stets huldigen. Ja, gerne – nur bitte bedingungslos, für beide Seiten!
Es gibt viel zu sagen über das Schöpferische – und ja, deswegen bin ich gerne Künstler oder eben Künstlerin. Mit dieser Kraft des Weiblichen gehe ich sorgsam um, selbst geschützt, weil es damals nicht anders ging. Gut gewählt meine Mentoren – stets der Kunst hingegeben und mit Neugier betrachtend, was das unbewusste Weibliche so alles kann, sowohl im Mann als auch bei den meisten Frauen, die scheinbar unbewusst doch wirksam walten und lenken. Man weiß es nicht so genau… (-,
Wie kommt man diesem archaischen Bild der allumsorgenden Mutter auf die Schliche, wie kann man sich nähren, ohne sich vollends verschlingen zu lassen?
Meine Forschungen begannen mit der eigenen Mutter für meinen Geschmack viel zu früh, und so fleischte sich mein Radar früh ein.
Ich möchte hier ein paar Fragen offenbaren und auf den mythologischen Ursprung – zumindest eine Idee – hinweisen, wobei Gaia die alles gebärende Mutter ist, die den Himmel selbst (Uranos) aus dem ursprünglichen Chaos gebar und unter Druck die Titanen und die ersten Götter schöpfte.
Alles entsteht also durch die Mutter Erde.
Mit ihr erhalten wir das Werkzeug, um überhaupt in den Himmel zu greifen, Ideen zu schöpfen und vor allem umzusetzen. Jedoch genau zwischen Erde und Himmel ist der Raum, wo die Dinge sich auch manchmal unter hohem Druck entfalten…
Das „Dazwischen“ ist der Ort, wo Dinge neu entstehen, das „Dazwischen“ ist der Raum, wo wirklich Begegnung stattfindet – wo Magie geschieht – da entstehen die Funken! Dort hat weder alleine die Mutter die Allmacht noch die Kontrolle.
Und genau das braucht keine Wissenschaft, sondern echte Hingabe.
Dies ist also eine Huldigung an das Reale und Echte, wenngleich ich auch gerne Dinge erträume – wohl wissend, dass das, was man mit eigenen Händen erschafft, sehr viel näher an einem ist und so auch mehr Menschen wirklich erreicht, wenngleich es eben auch oft viel Geduld und Vertrauen kostet. Doch davon koste ich gerne – ich gebe – und bleibe so auch als ein Weib stets verbunden.
Muttertag, 2026
