Der Schnitter dient dem Ende, um Anfang zu schaffen.
Statt des schlichten Kreislaufs, der Ewigkeit verspricht –
der niemals enden wollenden Routine, die so mancher Leben nennt –
ist das Aufwachen kaum schmerzlicher als der Tod.
Der Schmelztiegel bringt die Form zum Fließen, um neu gegossen zu werden.
Gold mag hohes Tempo – Leben außerhalb der Zeit erscheint im neuen Glanz.
Es ist im Fluss noch nicht fest – doch das Werden ist das Leben selbst.
Die Hüllen werden transparent, die Masken fallen.
Regeln, Richtlinien, Normen, Sicherheiten erscheinen im neuen Gewand.
Man kleidet sich um, man justiert sich neu – oder verliert sich aus vollem Stand. Paradox ist das neue Wort, und man spricht aus eigener Form.
Der Weg dorthin kommt aus fernen Richtungen – Klarheit kaum zu fassen.
Übung braucht’s: Maß finden, die Dinge gut mischen, den Rhythmus selbst bestimmen. Man nimmt das Spiel in beide Hände. Profan und neu erscheint es einem, und allein das vitale Sein ist nun das, was manche Wunder nennen.
27.12.2025
